Mecklenburg-Vorpommern

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29.04.2018

Pressemitteilung des Philologenverbandes MV

In der letzten Debatte im Landtag hat Frau Oldenburg im Namen der Linken die Gleichstellung der Gehälter der Grundschullehrer im Vergleich zu den Lehrern an den anderen Schulformen gefordert. Das klingt nach mehr Gerechtigkeit. So ist es aber nicht. Im Durchschnitt erhalten in Deutschland die Grundschullehrer etwa 82% des Gehaltes von Gymnasiallehrern. Ein ähnliches Verhältnis gibt es in den meisten europäischen Ländern. In Frankreich erhalten die Lehrer im Primarbereich 92% vom Gehalt ihrer Gymnasialkollegen. Dort müssen die Gymnasiallehrer allerdings auch nur 68% des Wochenstundensolls ihrer Grundschulkollegen ableisten.

Der Philologenverband hat große Achtung vor der Arbeit der Grundschullehrer. Die Arbeit mit den Schülern einer sich verändernden Generation von Grundschülern wird zunehmend schwieriger. Aber gleiches Gehalt bei etwa auch gleicher zu leistender Wochenstundenzahl – das ist einem Gymnasiallehrer, der gerade wochenlang täglich etliche Stunden bei der Korrektur der Abiturarbeiten sitzt und außerdem für seinen Unterricht in der Oberstufe erheblichen Vorbereitungsaufwand hat, einfach nicht zu vermitteln.

Man kann nicht negieren, dass an die Arbeit eines Gymnasiallehrers deutlich höhere Anforderungen gestellt werden. Wenn man höhere Bezahlung der Grundschullehrer will, muss man zugleich eine deutliche Entlastung der Gymnasiallehrer in Angriff nehmen, sonst verkehrt sich die Absicht von gerechterer Entlohnung in das genaue Gegenteil um.

Deshalb können wir die isoliert aufgestellte Forderung der Linken nach finanzieller Gleichstellung der Grundschullehrer als Gewerkschaft der Gymnasiallehrer nur ablehnen. Wir sind sehr für soziale Gerechtigkeit – aber das ist nicht der richtige Weg!


Jörg Seifert
Landesvorsitzender