Mecklenburg-Vorpommern

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31.01.2018

Strukturelle Maßnahmen gegen strukturellen Lehrermangel!

Deutscher Philologenverband fordert strukturiertes Handeln von der KMK und den Ländern

„Endlich vorausschauend und im akuten Mangelfall strukturiert handeln!“, das erwartet Susanne Lin-Klitzing, Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, von der KMK und den Ländern anlässlich der heute veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung zum Lehrkräftemangel an Grundschulen.

„Wir erwarten von der KMK eine jährlich aktualisierte, schulartspezifische Schülerprognose! Das ist kein Hexenwerk!“, so die Vorsitzende weiter. Die statistischen Angaben der Länder müssen kontinuierlich zusammengeführt werden, um eine bessere Versorgung der Schulen mit Lehrkräften zu ermöglichen und Studienanfängerinnen und -anfängern Orientierung für ein zukünftiges Lehramtsstudium zu geben.

Zweitens können und müssen die Länder strukturellem und akutem Lehrermangel dadurch zukünftig begegnen, dass sie endlich vorausschauend und nicht nur kurzfristig monetär orientiert einstellen. Es ist notwendig, einen Einstellungskorridor für die Referendarinnen und Referendare mit den jeweils besten Fachleistungen jedes Jahr zu schaffen und diese – auch über die aktuelle Notwendigkeit hinaus – einzustellen, um zukünftigem Mangel qualitätsvoll zu begegnen. Es kann nur im gemeinsamen Interesse der Schülerinnen und Schüler, der Eltern und der Schulen sein, dadurch schulartspezifisch ausgebildete Lehrkräfte kontinuierlich zu gewinnen!“, so Lin-Klitzing.

Drittens dürfen die Länder in akuten Mangelsituationen Quer- oder Seiteneinsteiger nur dann einstellen, wenn sie parallel ein angepasstes Referendariat vorhalten, das – wie für reguläre Referendare auch – absolviert wird und mit Prüfungen endet, um die guten Lehrkräfte dauerhaft in den Dienst zu überführen.

Länderübergreifend müssen hier gemeinsame Mindeststandards gefunden werden, zu denen gehört, dass Quer- oder Seiteneinsteiger maximal mit halbem Lehrdeputat parallel zum angepassten Referendariat belastet werden dürfen.

Der Deutsche Philologenverband unterstützt in diesem Zusammenhang die Vorschläge aus der Bertelsmann-Studie, dem aktuellen und sich verschärfenden Lehrermangel zusätzlich damit zu begegnen, Anreize für freiwillige Mehrarbeit von erfahrenen Lehrkräften zu schaffen, insbesondere für Teilzeitkräfte und Pensionäre!

„Die Devise muss lauten: Kein Einsatz von Quer- und Seiteneinsteigern ohne ein angepasstes Referendariat! Die Länder müssen dazu jetzt und zukünftig für die Einstellungskorridore der jahrgangsbesten Referendare mehr Geld in die Zukunft der jungen Generation investieren!“, fordert Lin-Klitzing.

Von: Presse DPhV